2011
07.02.2011 Integrierte Gesamtschule und Realschule plus Hermeskeil
Kleine Anfrage

des Landtagsabgeordneten Bernhard Henter

Während das erste Halbjahr der Integrierten Gesamtschule Hermeskeil von Lehrern, Eltern und Schülern überwiegend positiv bewertet wird, wächst bei den Erziehungsberechtigten der bisherigen Real- und Hauptschüler die Unzufriedenheit über die Benachteiligung von Schülern der binnen fünf Jahren auslaufenden Schulformen.
Der Trierische Volksfreund fasst in seiner Ausgabe vom 1. Februar 2011, unter der Überschrift „Verlierer der Schulreform“, die vielfachen Beschwerden von Eltern zusammen. Insbesondere richte sich die Beschwerde über die einheitlichen Zeugnisse und den Schulverweis, der den heutigen Sechsklässlern fünf Jahre lang drohen könnte. Trotz der auf Drängen des Schulelternbeirats beigefügten Bescheinigungen mit Hinweis auf die unterschiedlichen Laufbahnen, sei die Ähnlichkeit der Papiere für viele Eltern unbefriedigend. Unter „Integrierte Gesamtschule Hermeskeil und Realschule plus stehe „Halbjahreszeugnis der Realschule plus“ sowie der jeweilige Bildungsgang „Qualifizierter Sekundarabschluss I“, „Berufsreife“ oder auch nur „Orientierungsstufe“.

Insbesondere Eltern bisheriger Realschüler sehen ihre Kinder benachteiligt. Hätte sie ihren Sohn an der Hauptschule angemeldet, wäre er nun genauso weit, kritisiert eine Mutter. Sei ein Kind nach dem Realschul-Lehrplan unterrichtet worden, sollte dies auch ersichtlich sein. Die Schulelternsprecherin spricht in diesem Zusammenhang von einer „unklaren Informationslage“. Die Eltern hätten bisher nicht gewusst, dass ihre Kinder nicht mehr Schüler der Erich-Kästner-Realschule, sondern der Realschule plus seien.

Vor dem Hintergrund frage ich die Landesregierung:

1.    Wie bewertet die Landesregierung die Beschwerden vieler Eltern über einheitliche Zeugnisse, und die Ähnlichkeit der auf Drängen des Schulelternbeirats den Zeugnissen beigefügten Bescheinigungen?

2.    Wie bewertet die Landesregierung die Sichtweise vieler Eltern von bisherigen Realschülern, die ihre Kinder durch diese einheitlichen Zeugnisse benachteiligt sehen?

3.    Ist die Landesregierung bereit, unter Berücksichtigung der Beschwerden vieler Eltern hier eine Änderung herbei zu führen, dahingehend, dass zukünftig differenziertere Zeugnisformulare ausgegeben werden, aus welchen eindeutig hervorgeht, ob die Schüler den Bildungsgang „Integrierte Gesamtschule“ oder „Realschule plus“ besucht haben? Wenn ja, bis wann konkret? Wenn nein, bitte ausführliche Begründung.

4.    Wie bewertet die Landesregierung die berechtigten Befürchtungen der betroffenen Eltern, dass aufgrund einer zu großen Nachfrage (zum Stichtag lagen 132 Anmeldungen vor, bei einem maximalen Platzangebot von 120 Schülern) nicht alle angemeldeten Schülerinnen und Schüler einen Platz in der vierzügigen IGS in Hermeskeil finden können und es zu einem Auswahlverfahren kommen muss und welche Lösungsmöglichkeiten sieht die Landesregierung hier?

5.    Bleibt die Landesregierung bei ihrer Haltung, hinsichtlich eines Wechsels von Schülerinnen und Schülern, die von der Grundschule zum Gymnasium wechseln, ein weiterer Wechsel zur IGS nur im Ausnahmefall unter Entscheidung durch die Schulleiterin oder des Schulleiters möglich ist?

6.    Wie bewertet die Landesregierung die Befürchtungen von Eltern, dass älteren Wiederholern ein Schulverweis drohen könnte und den heutigen Sechsklässlern fünf Jahre lang drohen kann, und ist die Landesregierung hier bereit, eine Änderung herbei zu führen? Wenn nein, bitte detaillierte Begründung.

Antwort der Landesregierung
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